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Die ästhetische Validierung frühkindlicher Artikulationsformen

  • vor 13 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit

In der pädagogischen Rahmung der frühen Kindheit begreifen wir die musikalische Interaktion als einen Prozess der primären Welterschließung. Die Elementare Musikpädagogik im präverbalen und frühkindlichen Stadium erfordert eine bewusste Abkehr von teleologischen Instruktionsmodellen. Anstatt normative klangliche Resultate einzufordern fokussiert sich die Intervention auf die phänomenologische Wertschätzung jeder infantilen Klanggeste.


Jedes initiale Experimentieren mit der eigenen Stimme, Klanggesten oder Instrumenten wird hierbei als eine eigenständige ästhetische Setzung begriffen die innerhalb des geschützten Bildungsraumes eine uneingeschränkte Validierung erfährt.


Diese Form der prozessorientierten Fehlerfreundlichkeit ermöglicht es den Kindern eine intrinsische Motivation zur klanglichen Exploration zu entwickeln. Indem wir den Leistungsdruck zugunsten einer spielerischen Erprobung von Resonanzphänomenen suspendieren fördern wir die Konstitution einer stabilen musikalischen Selbstwirksamkeit.


Die klangliche Äußerung wird dabei als eine Erweiterung des kindlichen Handlungsspielraums verstanden wobei die pädagogische Fachkraft die Rolle einer hermeneutischen Begleitung einnimmt.

In diesem leistungsfreien Klima transformiert sich die Begegnung mit dem Instrument in einen Akt der Identitätsstiftung bei dem die Freude an der klanglichen Entdeckung das primäre Bildungsziel darstellt. Damit wird die EMP zu einem fundamentalen Raum für die Entfaltung der kreativen Persönlichkeit noch vor dem Eintritt in formale Lernstrukturen.

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