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Pädagogische Duldung von Frauen in der Musik

  • vor 12 Stunden
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Funktionale Exklusion durch pädagogische Zuweisung


In der historischen Einordnung weiblicher Erwerbssphären innerhalb der Musikgeschichte offenbart sich ein kausaler Zusammenhang zwischen der Geringschätzung der Vermittlungsarbeit und der Duldung weiblicher Professionalität in spezifischen Nischen der bürgerlichen Gesellschaft. Die systematische Depreziation der Musikpädagogik die innerhalb der patriarchalen Kunsthierarchie als eine niedere und rein reproduktive Tätigkeit ohne eigenständigen schöpferischen Wert deklassiert wurde schuf erst die gesellschaftliche Voraussetzung für die Integration von Frauen in diesen spezifischen Sektor des entstehenden Arbeitsmarktes.


Da die Unterweisung von Kindern und Jugendlichen sowie die Anleitung zur basalen musikalischen Früherziehung als eine rein funktionale Erweiterung mütterlicher Dispositionen und häuslicher Fürsorgepflichten umgedeutet wurde galt dieser Bereich als unkritisch für die männliche Vorherrschaft in der Sphäre der metaphysischen Kunstproduktion.


Diese Form der funktionalen Exklusion erlaubte zwar eine eingeschränkte weibliche Berufsausübung im pädagogischen Kontext zementierte jedoch gleichzeitig die tiefgreifende Auffassung dass die intellektuelle und geniale Durchdringung der Musik dem männlichen Subjekt vorbehalten blieb während die Frau auf die vermeintlich anspruchslosere Ebene der elementaren Vermittlung beschränkt wurde.



Die Pädagogik als Ghetto der Professionalisierung


Die Frau wurde somit zur Hüterin der pädagogischen Schwelle degradiert während die eigentlichen Weihen der künstlerischen Autonomie und der theoretischen Abstraktion weiterhin hinter patriarchalen Mauern verborgen blieben und den Zugang zu den Zentren der institutionellen Macht verwehrten.


Diese historische Ghettoisierung führte dazu dass pädagogische Exzellenz über lange Zeiträume hinweg nicht als eigenständige wissenschaftliche Disziplin sondern als bloßes Surrogat für verweigerte künstlerische Karrieren wahrgenommen wurde was die akademische Anerkennung der Musikpädagogik bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein massiv erschwerte.


Die Duldung der Frau in der Musikpädagogik war somit ein strategisches Zugeständnis das die strukturelle Ungleichheit im Kern unangetastet ließ und die pädagogische Arbeit durch die geschlechtsspezifische Markierung in der Hierarchie der musikalischen Berufe dauerhaft abwertete.



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